CGIL/AGB gedenkt Josef Perkmann

Der AGB/CGIL und die Rentnergewerkschaft LGR/SPI gedenken Josef Perkmann als einer der großen Persönlichkeiten der Gewerkschaftswelt. Er gehörte zu den ersten deutschsprachigen Genossen, die 1973 mit Unterstützung von Marco Garau in die CGIL eintraten. Innerhalb weniger Jahre gelang es ihm, die CGIL zu einer zunehmend interethnischen Gewerkschaft zu machen.

Als Freund von Alexander Langer zu Zeiten von „Die Brücke“ war Perkmann zweifellos einer der wenigen „Mauerspringer“ jener Zeit. Er wurde bald der erste deutschsprachige Co-Sekretär der CGIL, die sich von da an CGIL/AGB nannte. Als Verfechter pazifistischer, antifaschistischer und antinazistischer Positionen organisierte er an der Universität Wien und später in Padua Studenten aus verschiedenen Bundesländern, darunter auch Tiroler. In Wien knüpfte er Kontakte zu den jungen Sozialisten um Bruno Kreisky. Er erzählte, dass „wir Tiroler“ wenig Beachtung fanden und daher als „provinzielle Konservative“ abgestempelt wurden. In Padua schrieb er sich für ein Jurastudium ein. 1968 nahm er Kontakt zu „Die Brücke“ auf und trat kurz darauf der Redaktion bei.

Ebenfalls in Padua trat er dem PCI und der CGIL bei. Er brach das Jurastudium ab, als ihm nur noch drei Prüfungen fehlten. Die CGIL bot ihm an, im Streitfragenbüro zu arbeiten. Mit 60 Jahren schloss er sein Studium ab. Verschiedene Vertreter der SVP nahmen Kontakt zu ihm auf, doch er setzte seine Tätigkeit in der CGIL fort und betreute einige Berufsgruppen: Textilarbeiter, Chemiker und Drucker. Er war ein enger Freund von Bruno Trentin, den er zusammen mit Günter Rauch im Sommer in Innichen traf. In den 80er Jahren sammelte er auch politische Erfahrungen, eine Tätigkeit, die er 1985 beendete.

Er kehrte nicht in die Gewerkschaft zurück und arbeitete im Bank- und Versicherungssektor. Im Ruhestand trat er der LGR/SPI, der Rentnergewerkschaft des AGB/CGIL, und wurde in den Vorstand aufgenommen. Zusammen mit Günter Rauch verfasste er das Buch “Vergessene Geschichte. Die Zerschlagung der Südtiroler Arbeiterbewegung nach dem Ersten Weltkrieg” sowie weitere Publikationen zur Arbeitswelt. Er war im Vorstand des Vereins „Storia e Futuro – Geschichte und Zukunft“ und Übersetzer der Spi-Lgr-Zeitschrift „Info – Senioren“. Sein letztes Engagement galt der Organisation einer Tagung mit dem Seniorenverband im März in Lana. Er ist im Alter von 82 Jahren von uns gegangen.