Konferenz zum Thema „Öffentliches Gesundheitswesen auf territorialer Ebene“
„Die Herausforderung besteht darin, den Personalmangel zu bewältigen“
Eine Gelegenheit zum Austausch zwischen Gewerkschaften, Politikern und Führungskräften des Sanitätsbetriebes über ein Thema von strategischer Bedeutung für die Zukunft des Landes, nämlich das öffentliche Gesundheitswesen, insbesondere die geplante Umstrukturierung der Südtiroler Sanität.
Kürzlich fand in Schloss Fahlburg in Prissian die Tagung „Öffentliches Gesundheitswesen auf territorialer Ebene. Herausforderungen und Perspektiven für die Zukunft“ statt, die von der Rentnergewerkschaft LGR/SPI des AGB/CGIL gemeinsam mit dem SPI aus Mantua organisiert wurde. Zu den Rednern gehörten der Generalsekretär der Südtiroler Rentnergewerkschaft Alfred Ebner und der Landesrat für Gesundheit Hubert Messner.
Ebner leitete die Veranstaltung ein und betonte, dass das krankenhauszentrierte Gesundheitssystem sein Modell erschöpft habe, was auf drei Faktoren zurückzuführen sei: die Demografie (die Lebenserwartung liegt in Südtirol bei 84,7 Jahren, mit einer wachsenden Zahl älterer Menschen, die von immer weniger Arbeitskräften betreut werden), die Epidemiologie (die vorherrschenden chronischen Krankheiten lassen sich nicht durch Krankenhausaufenthalte heilen, sondern durch eine kontinuierliche Betreuung vor Ort) und die Lehren aus der Pandemie (Covid hat gezeigt, dass Krankenhäuser ohne ein koordiniertes territoriales Netzwerk zusammenbrechen). Vor diesem Hintergrund lautet die Frage laut dem Sekretär der Südtiroler Rentner nicht, ob reformiert werden soll, sondern wie und wie schnell.
Im Laufe des Vormittags wurde deutlich, dass eine der wichtigsten Herausforderungen, denen sich politische Entscheidungsträger, Führungskräfte und Fachleute in naher Zukunft stellen müssen, darin besteht und bestehen wird, den Personalmangel zu bewältigen. Wie Ebner bekräftigte, werden Pflegekräfte und Ärzte vor Ort benötigt, mit attraktiven Arbeitsbedingungen und neuen Ausbildungswegen. Gleichzeitig ist das Vertrauen der Bevölkerung unerlässlich: Das Gemeinschaftshaus darf nicht als „zweitklassige“ Medizin wahrgenommen werden. Der Sekretär erinnerte daran, dass „die finanziellen Mittel vorhanden sind, aber der tatsächliche Wandel von der Bereitschaft der Fachkräfte abhängt, über Berufsgruppen hinweg zusammenzuarbeiten und den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen“.
Landesrat Messner sprach anschließend über die Bedeutung der drei Säulen, die durch das jüngste Ministerialdekret eingeführt wurden: die Gemeinschaftshäuser, die Gemeinschaftskrankenhäuser und die Wohnortnahen Einsatzzentralen. Für den Landesrat wird die Gesundheitsversorgung dadurch und auch durch die Einführung der neuen einheitlichen Infonummer 116117 für alle Gesundheitsfragen und nicht lebensbedrohliche Beschwerden näher an die Bürger herangerückt.
Im Rahmen der Tagung, die sich mit Themen der territorialen Gesundheitsversorgung in Südtirol und der Lombardei befasste, folgten Beiträge von Ferdinando Colleoni, Generalsekretär des Spi Mantua, Monica Vangi, Sekretärin der Cgil Lombardei, und Cristina Masera, Generalsekretärin des AGB/CGIL Südtirol. Den Abschluss der Tagung bildete Stefano Cecconi, nationaler Sekretär des SPI.



