Ebner: „Immer mehr Senioren in Südtirol sind spielsüchtig“

In Südtirol steigt die Zahl der älteren Menschen mit Spielsuchtproblemen. Die Rentnergewerkschaft des AGB/CGIL schlägt Alarm: „In dieser Altersgruppe ist Spielsucht ein besonders ernstes Problem, da es nachweislich schwieriger ist, eine neue emotionale und wirtschaftliche Stabilität aufzubauen, wenn man die Ersparnisse eines ganzen Lebens beim Glücksspiel verloren hat. Dies verstärkt das Gefühl der Isolation und den Drang, sein Glück erneut zu versuchen, noch weiter.“

In letzter Zeit sah sich die Rentnergewerkschaft des AGB/CGIL immer häufiger dazu veranlasst, Menschen, die unter Spielsucht und deren Folgen leiden, Unterstützung und Beratung anzubieten. An die Gewerkschaft wandten sich vor allem Angehörige von Spielsüchtigen und in geringerem Maße auch ältere Menschen, die sich entschlossen hatten, direkt um Hilfe zu bitten.

164,6 Milliarden Euro: Das ist der Betrag, den die Italiener im Jahr 2025 für Glücksspiele ausgegeben haben. Das sind über sieben Milliarden mehr als im Vorjahr, was einem Anstieg von 4,55 % entspricht. In Südtirol überschritt das Glücksspiel im Jahr 2025 die Milliardengrenze, mit rund 7.000 Spielsüchtigen und weiteren 12.000 Menschen, die übermäßig viel spielen. Die Provinz Bozen nimmt jedes Jahr rund 50 Millionen Euro aus Lotto, Lotterie und anderen Glücksspielen ein. Verschuldung, Krisen in den familiären Beziehungen, Depressionen und Suchtsyndrome, Anstieg der lokalen Kleinkriminalität: Dies sind nur einige der häufigsten Folgen.

Wie der Sekretär der Rentnergewerkschaft, Alfred Ebner, erklärt, wird in Italien, wo „Reallöhne und Renten seit Jahren sinken und immer mehr Menschen sich der Armutsgrenze nähern, das Glücksspiel zu einem Fluchtweg. Die Hoffnung, die eigene Situation dank eines Gewinns zu verbessern, ist verständlich, aber falsch. Glücksspiel ist eine Umverteilung von unten nach oben, von den Armen zu den großen Unternehmen“.

Laut Ebner braucht es eine strenge Kontrolle des Glücksspiels und ein echtes Werbeverbot. „Die sozialen Kosten für das Gesundheitswesen, die Sozialdienste und die Justiz übersteigen bei weitem die Steuereinnahmen, die der Staat aus diesem Sektor erzielt. Regierung und Parlament wissen, was zu tun wäre. Die Forderungen liegen auf dem Tisch, ebenso wie die Zahlen. Was fehlt, ist der politische Wille. Solange dieser fehlt, wird ein unkontrollierter Markt weiterhin sozialen Schaden anrichten, ohne auch nur angemessen zur Staatsfinanzierung beizutragen“, schließt der Sekretär in einer Mitteilung.