FidentiKongress der Fachgewerkschaft Bildung und Wissenschaft GBW/FLC


„Auch im Schulbereich erhält die Arbeit nicht die ihr gebührende Anerkennung. Der Verhandlungsstopp, der seit 2017 andauert, hat zu einem Verlust der Kaufkraft der Gehälter geführt, gleichzeitig wurden das Arbeitspensum erhöht, die Pensionierungen in weite Ferne verschoben und Neueinstellungen blockiert“, erklärt Stefano Fidenti, der beim Kongress an der Spitze der Fachgewerkschaft für Bildung und Wissenschaft FLC/GBW bestätigt wurde. 

Am Kongress haben auch Gabriele Giannini, Generalsekretär der nationalen FLC, Landesrätin Waltraud Deeg, Nicoletta Minnei vom italienischen Schulamt sowie Stephan Tschigg, Abteilungsdirektor des deutschen Schulamtes, teilgenommen.

Vor allem der Aufnahmestopp für Lehrpersonals wirkt sich negativ auf die Arbeitsbedingungen der LehrerInnen aus. „Der Personalstand ist heute noch jener des Jahres 2009. Allein in den italienischen Schulen hat die Schüleranzahl in diesem Zeitraum um 1.100 Einheiten zugenommen. Darauf regiert wurde mit Posten außerhalb der Stellenpläne und mit prekär eingestellten ErzieherInnen, die vom europäischen Sozialfonds finanziert werden. Es ist klar, dass diese Maßnahmen in keinster Weise ausreichend sind“, so Fidenti.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass es in den letzten Jahren neben einem Anstieg der Schülerzahlen auch eine enorme Zunahme der Komplexität des Schulalltages gegeben hat. Man denke hier beispielsweise an die Aspekte die mit der unterschiedlichen kulturellen Herkunft der SchülerInnen verbunden sind, oder an den Bereich der Integrationslehrpersonen, die durchschnittlich nur 4 Stunden für jede zu betreuende Person haben.

Für Fidenti war die Weigerung der Landesverwaltung, über eine Stabilisierung der prekär beschäftigten Lehrpersonen zu diskutieren, ein weiterer negativer Aspekt der letzten Legislaturperiode. Dies wäre im Rahmen des Gesetzes ‘Buona scuola’ durchaus möglich gewesen und hätte die dramatische Lage im Zusammenhang mit dem Personalstand etwas entschärfen können. Die Landesverwaltung müsste vielmehr von sich aus dem Phänomen der prekären Beschäftigung mit geeigneten Maßnahmen entgegenwirken.

Eine der künftigen Herausforderung wird das Thema der Arbeitszeiten sein. „Die Landesverwaltung hat angekündigt, die Arbeitslast der Lehrpersonen nicht noch weiter erhöhen und deren Arbeitsleistung nicht in einem strikten Minutentakt bemessen zu wollen. Nur wenn sie diesem Versprechen nachkommt, werden wir die entsprechenden Verhandlungen positiv abschließen können“, erklärt Fidenti abschließend.

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